Am 26. September 1946 erblickte die US-amerikanische Radikalfeministin und Journalistin Andrea Dworkin das Licht der Welt. Sie galt viele Jahre als Symbol des Feminismus. Sie wurde weltweit bekannt wegen ihrer ablehnenden Haltung zur Pornografie – laut Dworkin ist Pornografie eine Art der Vergewaltigung.
Dworkin machte ihre ersten Schritte in die Politik im Jahr 1965 während ihrer Ausbildung am Bennington College. Sie wurde auf einer Demonstration gegen den Vietnam-Krieg festgenommen und ins New Yorker Women's House of Detention (Frauengefängnis) gesteckt, wo sie einer rücksichtslosen Leibesvisitation durch Gefängnisärzte ausgesetzt war. Dworkin machte diesen Vorfall publik und sagte vor der Grand Jury aus, die die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Gefängnisverwaltung verweigerte. Allerdings erregte der Zeugnisbericht über diese Erfahrung internationale Aufmerksamkeit und führte zur Schließung des Gefängnisses sieben Jahre später.
Während ihrer ersten Ehe wurde Dworkin regelmäßig extrem misshandelt. Später schrieb Dworkin diese Erfahrungen in Büchern nieder (Kritiker nannten sie Umarbeitung der Romane von Marquis de Sade vom Standpunkt der Feminismus-Theorie). Ihre zweite Ehe sorgte in der damaligen Zeit für großen Wirbel – sie heiratete einen Mann und obwohl sich beide als homosexuell outeten, lebten sie bis zum Tod zusammen.
Dworkin ist Autorin der theoretischen Grundlagen des Feminismus. 1979 veröffentlichte sie das Buch „Pornography—Men Possessing Women“, in dem sie die Pornografie als Industrie der Enthumanisierung, die auf Frauenhass beruht, analysierte. 2002 veröffentlichten große Zeitungen einen Artikel von ihr, wie sie im vergangenen Jahr von einem bzw. mehreren Männern in einem Pariser Hotel vergewaltigt wurde, wobei Natriumoxybutyrat in ihr Getränk geschüttet wurde. Der Vorfall führte zu einem großen gesellschaftlichen Konflikt, weil mehrere Prominente offen Zweifel an der Wahrhaftigkeit dieser Geschichte zum Ausdruck brachten.
Andrea Dworkin starb 2005 an Osteoarthritis.
Quelle: Last Days at Hot Slit: The Radical Feminism of Andrea Dworkin, Fateman, Joanna; Scholder, Amy, eds. Cambridge: The MIT Press. 2019.