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Todesasche der Kriegsverbrecher verstreut

Am 18. Oktober 1946 wurde die Asche der nach dem Todesurteil des Internationalen Militärgerichtshofs hingerichteten Nazi-Verbrecher verstreut.

Stalin bekommt streng geheimes Dokument aus London

Am 17. Oktober 1946 bekam Josef Stalin die russische Übersetzung des streng geheimen Dokuments „Strategische Lage des britischen Imperiums“. Die geheimen Angaben aus London, die als absolut hochvertraulich galten, wurden mehrmals der sowjetischen Führung durch die Cambridge Five – sowjetischer Agentenring in Großbritannien, der in den 1930er-Jahren vom Agenten Arnold Deutsch an der Cambridge University angeworben worden war - übermittelt.

Kriegsverbrecher werden hingerichtet

Am 16. Oktober 1946 wurden am Galgen, in der ehemaligen Turnhalle im Gefängnis im Nürnberger Justizpalast zehn zur Todesstrafe verurteilten Nazi-Kriegsverbrecher erhängt.

Der letzte Flug des „abgeschossenen Fliegerasses“ Göring

Am 15. Oktober 1946 erfuhr die ganze Welt die sensationelle Nachricht: Der zum Erhängen verurteilte Hermann Göring hat am Vortag seiner Hinrichtung Selbstmord begangen. Damit konnte er dieser Schande entgehen und hat diese Welt quasi unter seinen Bedingungen verlassen. Der Angeklagte, der im Dritten Reich als „Nazi Nummer zwei“ bekannt war, führte eine offene Schlacht gegen den Internationalen Militärgerichtshof, indem er seinen Ansichten treu blieb und seine Verbrechen für keine Sekunde bereute. Göring unterschied sich radikal von seinen Nachbarn auf der Anklagebank, die er als „Weicheier“, „Verräter der Ideale“, „Feigen“ und „Verräter des Vaterlandes“ verachtete. Göring war der wahre Feind, das personifizierte Übel – und die Anklage musste sich ein langes Gefecht gegen ihn liefern. Göring war ein einmaliger Gegner – trotz des ganzen Hasses ihm gegenüber mussten alle Ankläger in Nürnberg einräumen, dass sich der vom Stolz und Eitel besessene „Nazi Nummer zwei“ als mutiger, charakterstarker und kompromissloser Kriegsoffizier und richtiges Fliegerass zeigte. Sein Verhalten während des Prozesses war quasi die Chronik eines stürzenden Bombers.

Hermann Göring begeht Selbstmord

Am 15. Oktober 1946, wenige Stunden vor der Hinrichtung, beging der Nazi Nummer zwei und Gestapo-Gründer Hermann Göring Selbstmord. Im Nürnberger Gefängnis hatte er eine Zyankalikapsel in einer Gelbkupfer-Patrone versteckt. Anfangs standen Görings Anwalt, seine Frau und sein Friseur wegen Übergabe des Gifts unter Verdacht. Die Ermittler der Alliierten kamen aber zum Schluss, dass Göring diese Patrone noch vor seiner Festnahme bei sich hatte.

Fleischpreise in USA dereguliert

Am 14. Oktober 1946 beschließt Präsident Harry Truman, die Regulierung der Fleischpreise in den USA aufzuheben. Im Herbst 1946 litten die Amerikaner an einem Fleischmangel. In einer Radiobotschaft am 14. Oktober um 21 Uhr beschrieb Truman die Situation und wandte sich an die Hörer: „Es blieb nur ein Mittel – die Kontrolle der Fleischpreise aufzuheben. Dementsprechend werden der Landwirtschaftsminister und der Preisregulierer alle Arten der Preiskontrolle für Rind sowie Lebensmittel und Futter ab morgen aufheben“. Die Kampagne wurde von Landwirtschaftsminister Clinton Anderson und vielen anderen einflussreichen Mitgliedern der Truman-Administration unterstützt.

Frankreich billigt Verfassung der Vierten Republik

Am 13. Oktober 1946 wurde bei einem Referendum in Frankreich mit 9.297.351 gegen 8.165.744 Stimmen die Verfassung der Vierten Republik angenommen. Der erste Entwurf war bei einem Referendum am 5. Mai 1946 abgelehnt.

Artikel 3 der Direktive Nr.38 tritt in sowjetischer Besatzungszone in Kraft

Am 12. Oktober 1946 trat in der sowjetischen Zone in Deutschland der Artikel 3 der Direktive Nr.38 des Kontrollrats „Verhaftung und Bestrafung der Kriegsverbrechen, Nazis und Militaristen; Internierung, Kontrolle und Überwachung von potentiell gefährlichen Deutschen“ in Kraft.

Tage Erlander wird Schwedens Premierminister

Am 11. Oktober 1946 wird Tage Erlander Premierminister Schwedens. Er übernahm diesen Posten nach dem Tod von Per Albin Hansson, Verfechter der schwedischen Neutralität und Chef der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei.

Tsinghua-Universität nimmt Betrieb wieder auf

Am 10. Oktober 1946 nimmt in Peking eine der führenden chinesischen Hochschulen - die Tsinghua-Universität - ihre Arbeit wieder auf.

Modehaus Dior eröffnet

Am 9. Oktober 1946 öffnete in Paris das Modehaus Christian Dior seine Pforten, das vom Designer Christian Dior und dem reichsten Geschäftsmann Frankreichs, Baumwoll-Tycoon Marcel Boussac gegründet wurde. Das Haute-Couture-Atelier in der Avenue Montaigne bestimmte in vielerlei Hinsicht die Zukunft der Mode und Kleidungsproduktion.

Alaska will 49. US-Bundesstaat werden

Am 8. Oktober 1946 fand in Alaska ein Referendum statt, bei dem mit 9630 gegen 6822 Stimmen dafür gestimmt wurde, dass Alaska 49. Bundesstaat der USA wird.

Japanisches Repräsentantenhaus billigt Verfassungsentwurf

Am 7. Oktober 1946 stimmte das Repräsentantenhaus des japanischen Parlaments einem neuen Verfassungsentwurf zu. Dafür stimmten 342 Abgeordnete, nur fünf waren dagegen. Das Dokument, das Gleichberechtigung und den Verzicht auf einen neuen Krieg vorsah, trat am 3. Mai 1947 in Kraft.

Jüdische Siedler schlagen in Negev-Wüste auf

Am 6. Oktober 1946 wurden in der palästinensischen Wüste Negev jüdische Siedlungen nach dem so genannten „Elf Punkte“-Plan gegründet. Mit dieser Operation sollte die jüdische Besiedlung in diesem Gebiet noch vor Aufteilung Palästinas gesichert werden. Noch Ende der 1930er-Jahre hatte der Jüdische Nationalfonds Land in Negev gekauft. Der Jüdische Nationalfonds, die Jüdische Agentur für das Land Israel, die palästinensische zionistische paramilitärische Untergrundorganisation Hagana und die Wasserversorgungsfirma Mekorot begannen gemeinsam eine Kampagne zur Besiedlung der Wüste Negev in der Hoffnung, dass diese Territorien künftig Teil des jüdischen Staates würden. In der Nacht auf den 6. Oktober schlugen Siedler an elf Orten mitten in der Wüste ihre Lager auf. Zwischen 1943 und 1947 entstanden dort insgesamt etwa 20 jüdische Siedlungen. Während des arabisch-israelischen Kriegs der Jahre 1948 und 1949 wurde diese Region von den ägyptischen Truppen vom Territorium Israels abgetrennt, aber nach blutigen Gefechten gelang es dem jüdischen Staat, praktisch das gesamte historische Territorium Negevs wieder unter seine Kontrolle zu nehmen.

US-Senator Robert A. Taft wettert gegen Nürnberger Urteile

Am 5. Oktober 1946 bezeichnete der republikanische Senator Robert A. Taft in einer Erklärung den Nürnberger Prozess als „Willkür gegen die Justiz“. Ihm zufolge waren die Urteile des Internationalen Militärgerichtshofs ausgehend von der rückwirkenden Kraft der Gesetze erlassen worden, wobei die Kriegsführung nicht als persönliches Verbrechen betrachtet werden darf. „Bei diesem Gerichtsprozess akzeptierten wir die sowjetischen Vorstellungen, dass dieses Gericht den politischen Interessen des Staates und nicht der Justiz dient – ohne Berücksichtigung des angelsächsischen Erbes. Indem die politische Agenda in Form von Gerichtsverfahren gestaltet wird, wird die Idee der Justiz in Europa für viele Jahre diskreditiert“.

Truman stimmt Einwanderung von 100.000 Juden nach Palästina zu

Am 4. Oktober 1946, kurz vor dem jüdischen Feiertag Jom Kippur und einen Monat vor den Zwischenwahlen in den USA, teilte US-Präsident Harry Truman dem britischen Premier Clement Attlee mit, dass er die unverzügliche Immigration von mehr als 100.000 jüdischen Flüchtlingen nach Palästina unterstützt. Truman erklärte seine Position damit, dass eine Konferenz der Araber und Juden unter Vermittlung Großbritanniens auf Dezember verschoben worden ist, und die Immigration nach Palästina nicht um mehrere Monate hinausgeschoben werden kann.

39 Menschen sterben bei Flugzeugkatastrophe

Am 3. Oktober 1946 ereignete sich eine Flugzeugkatastrophe mit der zur damaligen Zeit höchsten Opferzahl in der Geschichte des Passagierflugverkehrs. Ein Zivilflugzeug des Typs Douglas DC-4 prallte wegen eines Navigationsfehlers der Piloten gegen einen kleinen Berg in Kanada, alle 39 Passagiere starben. Der American-Overseas-Airlines war aus New York auf dem Weg nach Berlin mit einer Zwischenlandung in Stephenville.

Erste TV-Seifenoper gesendet

Am 2. Oktober 1946 wird die erste Episode der TV-Serie „Faraway Hill“ ausgestrahlt – der ersten Seifenoper in der Fernsehgeschichte, die von DuMont Television Network vom 2. Oktober 1946 bis 18. Dezember 1946 gesendet wurde. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Witwe aus New York, die in eine kleine Stadt zu ihrem Verwandten zieht, wo sie einen Mann kennenlernt, der bereits mit einer anderen Frau verlobt ist.

Hinrichtung der Verurteilten anberaumt

Am 1. Oktober 1946, am nächsten Tag nach der Bekanntgabe des Urteils des Internationalen Militärgerichtshofs von Nürnberg, wurde das Datum der Hinrichtung der Verurteilten festgelegt. Eine Zeitlang war das Schicksal der zur Haftstrafe Verurteilten und Freigesprochenen unklar.
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