Am 21. September 1946 wurde in einem Feriendomizil bei Chicago der selbsternannte „Cheese King“ Vincent Benevento getötet.

Er wurde vor den Augen seiner Frau ermordet – im Bett erschossen. Die Frau blieb wie durch ein Wunder am Leben, sie wurde am Arm verletzt. Ein Jahr zuvor war er bereits angegriffen worden, geschossen wurde direkt in einem Büro in seinem Unternehmen, damals überlebte er den Mordanschlag.

Morde dieser Art waren nicht selten in der damaligen Zeit – viele Jahre lang blühte nach dem Krieg der Schwarzmarkt, besonders bei Lebensmitteln. Benevento stieg in dieses riskante Geschäft ein. Er besaß eine Käsefabrik. Das Ausmaß der europäischen und amerikanischen Schwarzmärkte war unvergleichbar, in den USA lief bereits der Kampf um extrem hohe Gewinne.

Mafia-Kriege werden nie mehr das Ausmaß wie in den 1920er- bis 1930er-Jahren bekommen. Ab und zu kam es zu blutigen Konflikten in der organisierten Kriminalität. Die Behörden der USA und europäischen Länder gingen verstärkt gegen die Mafiabanden vor, um die Gefahren für die Gesellschaft zu mindern. Wie im Fall des berüchtigten Mafiaboss Alfonso Capone wurde dies dank Verfolgung der Geldströme und Finanzaufsicht erreicht. Dennoch sind die Methoden der organisierten Kriminalität in vielerlei Hinsicht bis heute unverändert.

 

Quelle: Reuter, Peter. "The decline of the American Mafia." (Archive, Info page, Archive) National Affairs (англ.) No. 120, Summer (Northern Hemisphere) 1995