Am 15. September 1946 wurde in Bulgarien nach einem Referendum, das am 8. September stattgefunden hatte, die Volksrepublik ausgerufen. Dadurch rückte Ministerpräsident Georgi Dimitrow an die Machtspitze.

Zwei Tage nach der Ankunft der sowjetischen Truppen in Bulgarien 1944 war es in Sofia zu einem politischen Umsturz der Kommunisten gekommen. An die Macht kam eine kommunistische Interimsregierung mit Wassil Kolarow an der Spitze. Am 8. September 1946 stimmten die Bulgaren bei einem Volksentscheid gegen die Monarchie. Bulgarische Monarchisten behaupteten, ein Teil der Wahlergebnisse wäre gefälscht worden, insbesondere wegen des Drucks der im Land stationierten  Roten Armee.

Nach dem Ausruf der neuen politischen Ordnung entstanden auf bulgarischem Territorium etliche bewaffnete Untergrundgruppen, die sich den regierenden Kommunisten widersetzen wollten. Am Anfang bestanden sie überwiegend aus früheren Polizisten, Soldaten und Offizieren, aber nach dem Ausruf der Kollektivierungspolitik erhielten sie Unterstützung von großen Teilen des bulgarischen Volkes, vor allem von Bauern. Die Regimegegner organisierten die so genannte Goryani-Bewegung, die von 1947 bis 1956 bewaffneten Widerstand leistete. Ihre Mitglieder begehrten gegen die kommunistische Staatsordnung, zwangsläufige Kollektivierung und Verstaatlichung, gegen politische Repressalien, „Sowjetisierung“ Bulgariens auf und verlangten eine Rückkehr zur Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft. Ende der 1950er-Jahre wurde die Goryani-Bewegung allerdings niedergeschlagen.

 

Quelle: Matte, Robert. Bulgaria: Unhappy Satellite. // Military Review. - July 1963.