Am 9. September 1946 wurden die vorläufigen Ergebnisse eines Referendums über die Aufstellung einer Volksrepublik in Bulgarien bekannt gegeben. Die Volksabstimmung fand genau zwei Jahre nach dem Einzug der sowjetischen Truppen in Bulgarien und der Machtübernahme der „Heimatfront“ – eine Koalition aus linken Kräfte, geleitet von Kommunisten und Georgi Dimitrow - auf den befreiten Gebieten statt.
An der Abstimmung nahmen 4.132.921 Bulgaren teil, von ihnen stimmten 3.833.183 mit „Ja“-Stimmen und 175.231 mit „Nein“. 124.507 Stimmzettel wurden für ungültig (unausgefüllt oder unbrauchbar) erklärt. Damit stimmten 95,6 Prozent für die Abschaffung der Monarchie und Einführung der sozialistischen Staatsordnung. Nach dem Referendum wurde Bulgarien zur Volksrepublik ausgerufen. Im November 1946 übernahm Georgi Dimitrow den Regierungsvorsitz. Bereits am 4. Dezember 1947 verabschiedete die Nationalversammlung eine neue Verfassung, die landläufig als „Dimitrow“-Verfassung bezeichnet wurde.
Der letzte Monarch Bulgariens, der neun Jahre alte Zar Simeon II. bzw. Simeon Borissow Sakskoburggotski musste das Land verlassen. Zunächst wanderte er nach Ägypten und später nach Spanien aus. Nach Bulgarien kehrte er nach dem Sturz des kommunistischen Regimes zurück. Nach den demokratischen Wahlen, an denen er als einfacher Bürger teilnahm, leitete er die bulgarische Regierung von 2001 bis 2009.
Quelle: offizielle Webseite des bulgarischen Zaren Simeon II.