Am 31. August 1946 veröffentlichte „The New Yorker“ eine „Hiroshima“-Reportage über die Atombombenangriffe auf die japanische Stadt. Auf dem Cover waren Urlauber am Strand, bei Pferden und beim Tanzen zu sehen. Darunter schrieben die Herausgeber: "An unsere Leser. Der “New Yorker” widmete seinen kompletten redaktionellen Inhalt der nahezu vollständigen Auslöschung einer Stadt durch eine Atombombe und dem Schicksal der Menschen dieser Stadt. Dies in der Überzeugung, dass nur wenige die fast unglaubliche Zerstörungskraft dieser Waffe verstanden haben und dass sich jeder Zeit nehmen könnte, um über die schrecklichen Auswirkungen ihres Einsatzes nachzudenken. Die Herausgeber”.

In dem Artikel wird darüber berichtet, was sechs Überlebenden des Atombombenabwurfs vor, während und nach der Explosion erging. Verfasst wurde er vom Kriegsreporter und Pulitzer- Preisträger John Hersey. Ursprünglich bestand der Text aus vier Teilen zur Veröffentlichung mit Fortsetzungen, doch die Herausgeber publizierten den gesamten Text in einer einzigen Ausgabe - ein Einzelfall in der Geschichte der Zeitschrift.

Albert Einstein versuchte später 1000 Exemplare zu kaufen, um sie an andere Wissenschaftler zu schicken, doch die Auflage war blitzschnell ausverkauft. Der Verlag Alfred A. Knopf gab im Herbst den „Hiroshima“-Artikel als Buch heraus, das in Dutzende Sprachen übersetzt wurde. In Japan erschien es erst im Jahr 1949, in der Sowjetunion wurden 1970 in der Zeitschrift „Swesda“ nur Auszüge veröffentlicht.

„Hiroshima“ von John Hersey gilt bis heute als eines der besten US-amerikanischen journalistischen Werke des 20. Jahrhunderts.

 

Quelle: The New Yorker. August 1946.