Am 30. August 1946 kam der legendäre Testpilot Jack Woolams, der dank seinen Rekorden und seinem Humor eine gewisse Berühmtheit erlangt hatte, im Alter von 29 Jahren ums Leben. Der tragische Vorfall ereignete sich während eines Trainingsfluges für die National Air Races in Cleveland, die am darauffolgenden Tag stattfinden sollten.
Woolams testete in den Abendstunden ein Flugzeug über dem Ontariosee bei einer Geschwindigkeit von mehr als 400 Meilen pro Stunde. Plötzlich stürzte die Maschine ins Wasser.
Sein Leiche wurde erst vier Tage später entdeckt. Nach der Entdeckung der Trümmer der Cobra I kamen Experten zum Schluss, dass die Absturzursache ein Defekt am Cockpit war.
Woolams war Rekordhalter, einer der besten Testpiloten der Welt. Er war für seinen „Flieger-Humor“ bekannt. So näherte er sich unbemerkt mit einer neuen Hochgeschwindigkeits-Maschine einer fliegenden Gruppe alter Militärflugzeuge– in einer Gorilla-Maske und mit Zigarette im Mund und winkte ihnen.
Sein Tod war einer der vielen in der Phase des Übergangs von Kolben- zur Düsentechnik. So kamen in der Sowjetunion während der Tests von Düsenflugzeugen die legendären Testpiloten Viktor Massitsch, Jakow Bogdanow und der erste Weltraumflieger Juri Gagarin ums Leben. Der Beruf des Testpiloten war einer der gefährlichsten und gleichzeitig verlockendsten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – er war quasi das berufliche Sprungbrett für einen Flug ins Weltall.
Quelle: Sterling Michael Pavelec (2007). The Jet Race and the Second World War. Greenwood
Publishing Group