Am 25. August 1946 wurde die Verordnung des sowjetischen Ministerrats „Über Erhöhung der Löhne und Bau der Wohnungen für Arbeiter und ingenieurtechnische Mitarbeiter der Unternehmen und Baustellen im Ural, Sibirien und im Fernen Osten“ verabschiedet. So war unter anderem vorgesehen:

„Zur Bereitstellung für die Arbeiter, ingenieurtechnische Mitarbeiter und Angestellte einer Möglichkeit, ein Wohnhaus zu erwerben, wird die Zentrale Kommunalbank verpflichtet, eine Anleihe in Höhe von 8000 bis 10000 Rubel mit einer Laufzeit von zehn Jahren an jene, die ein Zwei-Zimmer-Wohnhaus erwerben, und 10.000 bis 12.000 Rubel mit einer Laufzeit von 12 Jahren an jene, die ein Drei-Zimmer-Wohnhaus erwerben, zu gewähren, wobei ein Prozent pro Jahr für die Benutzung der Anleihe zugeschlagen wird“.

Unter Bedingungen des akuten Mangels an Arbeitskräften und Finanzmitteln war die Erschließung der entfernten Gebiete und Zugang zu den Bodenschätzen, der Bau von Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen mit den entfernten Regionen dringend geboten. Individuelle Wohnhäuser für die Arbeiter wurden zu diesen Preisen angeboten: 8000 Rubel für ein Zwei-Zimmer-Holzwohnhaus mit Küche, 10.000 Rubel für ein Drei-Zimmer-Holzwohnhaus mit Küche oder ein Zwei-Zimmer-Steinwohnhaus mit Küche, 12.000 Rubel für ein Drei-Zimmer-Steinwohnhaus mit Küche. Die Wohnfläche eines Einfamilienhauses lag bei 23 bis 30 Quadratmetern, eines Zweifamilienhauses bei 30 bis 39 Quadratmeter.

Um solche Wohnungen zugänglicher zu machen, sollten die Löhne für Arbeiter, die bei der Kohle und Ölförderung, im Metallurgie- und Baubereich sowie bei Ladearbeiten tätig waren, angehoben werden.

Allerdings wurde das Programm nicht umgesetzt. Wegen fehlender Marktregulierung der Preise  im Sozialismus war die Planung nicht sehr ausgereift, eine Verwirklichung dieses Plans war angesichts des akuten Geldmangels nach dem Krieg unmöglich. Das Programm wurde bereits 1948 eingestampft.

 

Quelle: Beschlüsse der Partei und Regierung zu Wirtschaftsfragen. In 5 Bänden. Sammelband der Dokumente seit 50 Jahren. Band 3 1941-1952 – M.: Politisdat, 1968