Am 19. August 1946 kam in Hope (Bundesstaat Arkansas) der künftige 42. US-Präsident Bill Clinton zur Welt.
Mit seinem Namen waren etliche herausragende Erfolge verbunden, aber auch zahlreiche Skandale. So war er Justizminister und Generalstaatsanwalt von Arkansas, und mit 32 Jahren (ein Rekord) wurde er zum jüngsten Gouverneur in der Geschichte der Vereinigten Staaten gewählt.
Am 3. Oktober 1991 forderte der damals 45-jährige Clinton den Amtsinhaber George Bush Senior heraus – und gewann überzeugend mit 370 Stimmen der Wahlmänner gegen 168 bei Bush. Zu seinem Wahlmotto wurde der an Bush gerichtete arrogante Spruch „It’s the economy, stupid!“ – und Clinton genoss die Unterstützung der Wähler, die nach der zwölfjährigen Regierungszeit der Republikaner genug hatten. Ihm gelang unter anderem die Abschaffung des Haushaltsdefizits der Vereinigten Staaten, was unter Bush Senior einfach unvorstellbar gewesen war. Auch Clintons zweite Amtszeit war wirtschaftlich erfolgreich – die Inflationsrate und die Arbeitslosigkeit waren in den späten 1990er-Jahren minimal, während die Wirtschaft einen Aufschwung erlebte.
Im außenpolitischen Bereich knüpfte Clinton gute Beziehungen mit den meisten früheren Teilrepubliken der gescheiterten Sowjetunion an. Aber 1995 griff die Nato auf Clintons Betreiben zum ersten Mal zur Militärgewalt gegen einen unabhängigen europäischen Staat (Jugoslawien). Einerseits wurde damit tatsächlich der fast vierjährige Bosnien-Krieg beendet, andererseits war das ein gefährlicher Präzedenzfall. Schon im März 1999 begannen auf Clintons Initiative Bombenangriffe der Nato gegen Belgrad, und zwar ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrats. Dabei half die Nordatlantische Allianz Kräften, die eigentlich viel fragwürdiger waren als die Politiker in Belgrad. Manche Beobachter sahen den Nato-Einsatz gegen Jugoslawien als einen Versuch, die US-Bevölkerung von der „Lewinsky-Affäre“ abzulenken, die Clinton beinahe um den Präsidentenposten gebracht hätte.
Erwähnenswert ist auch, dass die 1999 begonnene Nato-Osterweiterung zu einer Anspannung der Beziehungen zwischen dem Westen und Russland geführt hat.
Quelle: Michael Waldman POTUS Speaks: Finding the Words That Defined the Clinton Presidency (2000)