US-Präsident Harry Truman sicherte am 15. August 1946 dem türkischen Präsidenten İsmet İnönü massive Unterstützung im Streit um die Kontrolle über den Bosporus und Dardanellen mit der Sowjetunion zu. Kurze Zeit später stellen die USA der Türkei und Griechenland im Rahmen ihrer Nahost-Strategie Finanz- und andere Hilfen in Höhe von mehr als 400 Millionen Dollar bereit.

Die Hilfen gelten de facto als erste Maßnahme der Truman-Doktrin, obwohl diese als außenpolitische Agenda erst am 12. März 1947 während der Rede Trumans vor dem US-Kongress formuliert wird.

Die Doktrin zielte auf die Abschreckung der Sowjetunion und Revision der unter Roosevelt gebildeten internationalen Beziehungen ab. Truman sagte im Kongress: “Den Völkern vieler Länder der Welt wurden vor kurzem totalitäre Regimes wider ihren Wunsch aufgedrängt. Die Regierung der USA protestierte oft gegen Zwang und Einschüchterung als Verstoß gegen das Abkommen von Jalta in Polen, Rumänien und Bulgarien”.

Die Doktrin spaltete zunächst die Gemüter des politischen Establishment in Washington. Senator Arthur Vandenberg sagte Truman: „Wenn das genau das ist, was sie wollen, dann kann man dies nur auf einem einzigen Weg erreichen – das persönlich im Kongress sagen und das Land unglaublich erschrecken“. Erst nach Trumans persönlichen Auftritt unterstützte er das Dokument.

 

Quelle: Radmila Ajrijan. Billigung der Truman-Doktrin durch US-Kongress // Gesellschaftswissenschaften, 2006, Nr.4